Computerspiele: Was bedeuten die Altersangaben?

Ab 0, ab 6, ab 12 oder 16 Jahren – nicht nur bei Kinofilmen gibt es Altersfreigaben, sondern auch bei Spielen für PC oder Konsole. Starke-eltern.de erklärt, welche Prüfungen und Vorgaben dahinterstecken.
 

Was ist USK?

usk unterhaltungssoftware
© Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle

USK – dieser Hinweis steht auf jeder Spieleverpackung. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (abgekürzt: USK) ist eine freiwillige Kontrollinstanz der Computerspielindustrie. Jedes Spiel wird vor der Veröffentlichung nach Inhalt und entsprechender Alterstauglichkeit überprüft. Dabei gelten die gesetzlichen Grundlagen des Jugendschutzgesetz. Die Prüfung erfolgt halbstaatlich, das heißt: Die USK organisiert die Prüfungen, die entsprechenden Altersfreigaben erteilen staatliche Sachverständige. Die Prüfung erfolgt nur für Spiele auf physischen Trägern, also z.B. CD/DVD. Für Online-Spiele gilt diese Prüfung noch nicht.
Die Prüfung erfolgt halbstaatlich, das heißt: Die USK organisiert die Prüfungen, die entsprechenden Altersfreigaben erteilen staatliche Sachverständige.

Wie verbindlich ist die Einstufung?

Sehr verbindlich! Der Einzelhandel ist verpflichtet, die Spiele nur gemäß der Altersfreigaben zu verkaufen. So dürfen zwar alle Spiele öffentlich ausgestellt werden, am Verkaufstresen darf ein Verkäufer ein Spiel mit der USK ab 16 jedoch nicht an einen 14jährigen verkaufen. Spiele ohne Jugendfreigabe, also solchen, bei denen die Empfehlung lautet, dass nur Erwachsene sie spielen dürfen, sind z.B. im Versandhandel verboten, da dort die Sicherheit nicht gegeben ist, dass das Spiel in den richtigen Händen landet.
Der Einzelhandel ist verpflichtet, die Spiele nur gemäß der Altersfreigaben zu verkaufen.

Wie wird geprüft?

Die Spiele werden von sogenannten Sichtern einmal durchgespielt. Dabei wird das Spiel nach wichtigen Punkten bezüglich des Jugendschutzes bewertet und die Ergebnisse anschließend Gutachtern vorgelegt. Bei Bedarf schauen diese auch nochmal in bestimmte Abschnitte des Spiels, um sich ein eigenes Bild zu machen. Danach erfolgt aufgrund der Gutachterbeurteilung die Alterseinteilung, die von Vertretern der Obersten Landesjugendbehörden bestätigt wird.
 

Können Eltern sich auf den USK verlassen?

Der USK ist eine staatliche Prüfung, keine pädagogische Empfehlung. Eltern sollten sich grundsätzlich ein eigenes Bild der Spiele machen, die ihre Kinder beschäftigen. Das gilt ganz besonders für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, deren Aufassung der Spiele sehr unterschiedlich ausfallen kann. Spielen Sie das Spiel gemeinsam, schauen Sie auf die Reaktionen Ihres Kindes: Hat es Freude am Spiel oder wird es überfordert? Bei Jugendlichen ist es oft schwerer für Eltern zu überprüfen, welche Spiele gespielt werden. Versuchen Sie trotzdem im Gespräch zu bleiben und sich für die Spiele zu interessieren. Bei Spielen mit einem USK 18 sollten Eltern aber klare Grenzen ziehen und jüngeren Jugendlichen das Spiel untersagen.
Eltern sollten sich grundsätzlich ein eigenes Bild der Spiele machen, die ihre Kinder beschäftigen.

Was bedeuten die Altersfreigaben im Einzelnen?


USK 0 / Ohne Altersbeschränkung
Spiele ab 0 Jahren haben keinerlei gefährdende Beeinträchtigungen und sind uneingeschränkt für alle Altersklassen empfehlenswert. Sie richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen, z.B. familienfreundliche Gesellschaftsspiele, Geschicklichkeitsspiele, Simulationen, Rollenspiele….

USK 6
Die Spiele mit USK 6 können Elemente enthalten, die für jüngere Kinder nicht geeignet sind, z.B. Schimpfwörter oder Kampfdarstellungen. Auch Spiele, die jüngere Kinder optisch verstören könnten, z.B. durch besondere Akustik oder eine sehr schnelle Optik fallen in diese Kategorie. Spiele dieser Altersklasse sind z.B. Autorennspiele, Rollenspiele, Jump 'n Runs.

USK 12
Spiele mit USK 12 sind schon deutlich spannender und können Kampfszenen und erschreckende Momente beinhalten – jedoch immer so, dass für die Spieler klar bleibt: Das ist nicht echt! Spielaufgaben sind umfangreicher und erfordern umfangreiches komplexes und logisches Denken. Spielkategorien sind Strategie- und Rollenspiele – oft mit menschlich gestalteten Spielfiguren im Bereich Fantasy oder Strategiesspiele.

USK 16
Spiele mit USK 16 sind klar an Jugendliche gerichtet. Die Spiele beinhalten häufig Kampfszenen mit komplexen Anforderungen an den Spieler. Es gibt viele Gewaltelemente, auch Horror und Erotik. Das Spiel fordert die Spieler in vielfältiger anspruchsvoller Weise – z.B. mit langen Spielphasen und schwierigen Aufgaben. Darunter fallen: Strategiespiele, Shooter, Abenteuerspiele

USK 18/ Keine Jugendfreigabe
Diese Spiele sind nur für Erwachsene geeignet, da sie sehr gewaltverherrlichende, schockierende Inhalte haben. Oft sind die Spiele sehr realistisch aufgebaut, z.B. Shooter mit menschlichen Spielfiguren. Die Atmosphäre und Optik der Spiele kann Jugendliche verstören und ihre moralischen Werte unterwandern. Die Gefahr das Spiel mit der Realität zu verwechseln, ist bei diesen Spielen groß.

Autorin: Bettina Levecke