Tipp des Monats: Süßstoffe verändern das Geschmacksempfinden

suessstoffeSchmeckt süß, ist aber eigentlich gar nicht süß. Zumindest nicht durch Zucker. Süßstoffe können die Geschmackswahrnehmung von Kindern beeinflussen. Und das Verlangen noch verstärken

Darf ich was Süßes? Klar, das ist eine Lieblingsfrage von Kindern. Ab und an ist eine Nascherei natürlich auch erlaubt, den ganzen Tag Süßkram futtern geht aber gar nicht. Um die süßen Geschmacksvorlieben von Kindern zu sättigen, bietet die Industrie eine große Bandbreite an Produkten, die statt Zucker Süßstoffe enthalten. Eltern, die sich die Mühe machen, Inhaltsstoffe durchzulesen, haben sicher schon häufiger staunend festgestellt, in welchen Keksen, Säften oder Bonbons sich Aspartam, Saccarin und Co. verstecken.
 

Die Süßstoffe haben vor allem einen Vorteil: Sie senken den Kaloriengehalt der Produkte und halten sie gleichzeitig süß und schmackhaft. Für Menschen, die abnehmen möchten, kann das eine Hilfe sein. Für den regelmäßigen Verzehr haben Süßstoffe jedoch ihre Tücken. Professor Susan Jebb, Ernährungsexpertin von der Oxford Universität in England warnte unlängst davor, Kindern regelmäßig Süßstoff-Produkte zu geben, da diese die Geschmackswahrnehmung verändern. Der starke, künstliche Süß-Geschmack führe auf dem Gaumen zu einer Gewöhnung. Der Süßgeschmack unverarbeiteter Produkte, wie zum Beispiel Obst, werde dann nur noch verringert wahrgenommen. Der Körper verlange dann immer stärker nach Süße. Ein Teufelskreis.
Für den regelmäßigen Verzehr haben Süßstoffe jedoch ihre Tücken.

Die Menge ist entscheidend

Ab und zu sind Produkte mit Süßstoffen nicht tragisch. Sie sollten aufgrund der Geschmacksveränderungen jedoch nicht auf dem täglichen Speisezettel stehen, wie zum Beispiel häufig in Form von Joghurts oder kalorienreduzierten Getränken. Auch Kaugummis und Bonbons mit Süßstoffen, die als zahnfreundlich gelten, sind nicht für Dauerkonsum geeignet. Eine kleine Portion Süßigkeiten pro Tag ist durchaus erlaubt, idealerweise direkt nach dem Essen (und vor dem Zähneputzen). Bei Süßhungerattacken hilft etwas kleingeschnittenes Obst oder eine Fruchtsaftschorle.

Autorin: Bettina Levecke
Eine kleine Portion Süßigkeiten pro Tag ist durchaus erlaubt