Was tun, wenn...

Junge mit Bierflasche

Bei ersten Kontakten mit Alkohol und Zigaretten!

Meist recht früh in der Pubertät gibt es oftmals die ersten Kontakte mit Alkohol und Nikotin. Dahinter verbirgt sich weniger Genussdenken als vielmehr die Symbolik, schaut her, ich traue mich auch, ich bin schon lange kein Kind mehr. In der Clique gilt das dann als Mutprobe. Wenn daraus eine Gewohnheit wird, haben diese Kinder ein deutlich erhöhtes Risiko, später auch illegale Drogen auszuprobieren. Das haben verschiedene Forschungsprojekte gezeigt. Die Hemmschwelle ist deutlich geringer. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind etwa seine ersten Zigaretten raucht, sollten Sie das frühzeitig ansprechen. Schauen Sie zu diesem Thema bei unseren Elternbriefen nach.

Wenn sie glauben, dass Ihr Kind Drogen nimmt.

Als Eltern haben Sie ein besonderes Gespür für das Verhalten, für die Stimmungen und Probleme Ihres Kindes. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ihr Kind Drogen zu sich nimmt, sollten Sie folgende Strategien verfolgen.
  • Verfallen Sie nicht in Panik.
  • Versuchen Sie, ins Gespräch zu kommen und machen Sie diese Frage zum Gesprächsthema.
  • Schildern Sie nicht gleich die Gefahren, sondern versuchen Sie herauszufinden, welche Motive dahinterstecken.
  • Versuchen Sie herauszubekommen, welche Substanzen Ihr Kind nimmt, wie oft und seit wann.
Oftmals handelt es sich um bloße Neugier, auch mal was Verbotenes auszuprobieren. Diese Drogenerfahrungen werden von Jugendlichen auch in den meisten Fällen wieder spontan beendet.

Aber es gibt auch andere Motive. Fragen Sie, welche positiven Empfindungen Ihr Kind mit Drogenkonsum und Rausch verbindet. Erst, wenn Sie dies wissen, können Sie erahnen, was Ihr Kind vermisst und anders nicht bekommen kann. Oder was es eben glaubt, nicht bekommen zu können. Wenn Sie Defizite, Wünsche, Bedürfnisse Ihres Kindes erkannt haben, können Sie nach Alternativen zum Drogenkonsum suchen. Sie werden stärker auf die Persönlichkeit Ihres Kindes eingehen müssen. Mit Sicherheit bedeutet das, dass Sie auch an Ihrem Familienleben etwas ändern werden. Mehr Miteinander, mehr gemeinsame Aktivitäten spielen dabei eine wichtige Rolle. Oft geht es auch darum, die Grenzen abzustecken bzw. neu auszuverhandeln. Eine kompetente Beratung sollten Sie in jedem Fall als Hilfestellung in Anspruch nehmen.

Fremde Hilfe von außen

Wenn Sie sich sicher sind, dass das Drogenverhalten Ihres Kindes in eine Sucht abzugleiten droht oder im schlimmeren Fall schon abgeglitten ist, brauchen Sie unbedingt professionelle Hilfe. Je eher etwas passiert desto besser. Haben Sie keine Hemmungen. Drogenkonsum ist ein gesellschaftliches Problem, dass in allen Schichten vertreten ist. Nehmen Sie Kontakt auf mit der Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Auch Sie als Eltern brauchen Hilfe

In dieser Situation stehen Eltern vor der Frage: „Was habe ich falsch gemacht? Ich habe doch immer alles getan, was ich konnte!“ Zermürben Sie sich nicht, in dem Sie nach Fehlern in der Erziehung und Ihrem Verhalten suchen. Alle Eltern und Angehörige machen sich Vorwürfe und haben Schuldgefühle, wenn Sie mit einem Suchtproblem bei ihrem Kind konfrontiert sind. Das Entstehen von Sucht basiert immer auf einer Bündelung von unterschiedlichsten Ursachen, so dass die Frage nach den „wahren“ Ursachen immer nur schwer beantwortet werden kann. Die Frage von Schuld und Sühne nützt in dieser Situation wenig, auch wenn sie verständlich ist. Suchtmitel sind ein schwieriges Problem, aber kein Grund, sich zu verstecken. Ganz im Gegenteil: Gehen Sie raus, reden Sie mit Ihren Freunden, schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an. Es gibt Elternkreise betroffener Eltern als Selbsthilfegruppen.

Bei der Beratungsstelle vor Ort erfahren Sie Näheres.