18-20 Jahre

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Jetzt geht's los: Jugendliche ab 18 beginnen auf eigenen Beinen zu stehen. Kindheit und Jugend sind nun offiziell vorbei. Auch auf der Gefühlsebene verstehen die jungen Erwachsenen, dass ein neuer Wind in ihre Segel weht. Volle Fahrt voraus? Nicht immer!

Erste Souveränität

Mit 18 Jahren wissen junge Erwachsene schon eine ganze Menge über sich. Das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel vergangener Jahre ist in vielen Punkten vorbei. Interessen, Meinungen und Lebensvorstellungen sind gefestigter, viele Unsicherheiten aus den Hochphasen der Pubertät legen sich. Ein erstes Selbstbewusstsein stellt sich ein, noch nicht komplett erwachsen, aber schon deutlich "erwachend". Langsam kehrt Ruhe in die verwirrte Pubertätsseele. Man muss sich nicht mehr ständig beweisen, besonders wild oder trotzig sein, das ewige Auf und Ab der Stimmungen lässt nach, der innere Druck, sich spüren und ausprobieren zu müssen, auch. Ab 18 Jahren muss man nicht mehr jede Party mitnehmen, um "cool" zu sein. Alles kann, nichts muss. Ein Motto, dass diese Entwicklungsstufe in mehreren Hinsichten auf den Punkt bringt.
 

Wichtige Entscheidungen

75 Prozent der deutschen Schüler wollen nach der neunten und zehnten Klasse noch weiter zur Schule gehen und sich erst später für einen Beruf entscheiden, so ein Ergebnis der internationalen Goethe-Studie.

Auch vielen Abiturienten fällt es nicht leicht, sich für einen Berufs- und Studienweg zu entscheiden. Die Schulzeit war so entspannend, weil einfach vorgegeben war, was man machen musste. Jetzt soll man plötzlich selbst so wichtige Entscheidungen für die eigene Zukunft treffen? Das verunsichert und besorgt viele junge Erwachsenen. Woher soll ich wissen, was mir dauerhaft Freude bereitet? Ist das Studium überhaupt etwas für mich? Komme ich damit klar? Gibt es Jobaussichten? Auch Kids, die sich für eine Ausbildung interessieren, spüren jetzt: Hier läuft mir niemand hinterher, überall wo ich anklopfe, stehen schon viele andere, die das gleiche wollen. Die Konkurrenz ist groß, oft hagelt es Absagen auf Bewerbungen. Der Druck und die Unsicherheit sind keine leichte Aufgabe. Da freut man sich jahrelang auf das Erwachsensein und dann ist es plötzlich so anstrengend und manchmal auch beängstigend…. Zwischen 18 und 20 Jahren haben viele junge Erwachsene das Gefühl, auf der Schwelle zu ihrer Zukunft zu stehen. Wer genau weiß, was er möchte, wird hier sichere Schritte gehen können. Für alle anderen ist diese Zeit mit großen inneren Herausforderungen verbunden und - leider - nicht selten auch mit Frust. Es ist gut, wenn Eltern als verständnisvolle Berater zur Seite stehen und Mut machen.Junger Erwachsener in der Uni
Da freut man sich jahrelang auf das Erwachsensein und dann ist es plötzlich so anstrengend und manchmal auch beängstigend...!

Locker bleiben

Eltern müssen jetzt die Füße still halten - zumindest, wenn das erwachsene Kind nichts Gegenteiliges verlangt. Schreiben Sie nicht auf eigene Faust Bewerbungen für Ihr Kind, nur weil es selbst nicht in Gang kommt. Diese Erwachsenen-Aufgaben muss es selbst übernehmen. Der Chef für sein Handeln ist der junge Erwachsene in Eigenregie - Eltern sind nur noch als Berater tätig. Das ist nicht immer leicht, besonders wenn der junge Erwachsene einfach nichts auf die Beine bringt. Atmen Sie tief durch und beschwören Sie sich selbst: "Das wird schon!"
 

Verantwortung übernehmen

Wichtig dabei: Das erwachsene Kind nicht aus den Pflichten seines Seins entlassen. Wer zum Beispiel keine Ausbildungsstelle findet, kann in anderen Übergangslösungen Geld verdienen. Ob Nachhilfe geben, Pizza belegen oder Zeitung austragen - es gibt viele Möglichkeiten, sich zumindest finanziell von den Eltern unabhängiger zu machen. Praktika oder Schnuppertage ermöglichen es, Eindrücke von Berufen zu sammeln, die man ganz interessant findet.

Auch zu Hause sollten sich die jungen Erwachsenen an Aufgaben beteiligen. Haushalt, Einkauf, Garten - die Verantwortung für den Alltag und seine Organisation sollte nicht nur an den Eltern hängen bleiben. Junge Erwachsene, die jetzt mosern und sich lieber auf die faule Haut legen, kann gut klar gemacht werden: Wenn du Freiheit willst, musst du auch Verantwortung übernehmen und die fängt hier und heute an. Wäsche waschen, Hemden bügeln, Essen kochen - es ist wichtig, dass junge Menschen diese Alltagspflichten lernen und übernehmen. Und wenn sie es nicht tun? Dann müssen sie die Konsequenzen tragen und das heißt: Es liegt eben keine saubere Wäsche im Schrank…. Für Eltern ist dieses "Zusehen und Abwarten" oft nicht ganz leicht. Doch es ist eben eine der lehrreichsten und effektivsten Strategien.
"Wenn Du Freiheit willst, musst Du Verantwortung übernehmen!"

Loslassen

Die erste eigene Bude, das erste WG-Zimmer. Viele Kinder verlassen jetzt das Elternhaus um in einer anderen Stadt zu studieren oder zu arbeiten. Geben Sie Ihrem Kind jetzt nochmal eine große Portion Rückhalt und Wärme mit auf den Weg - Zuspruch von den Eltern ist für diesen großen Schritt die halbe Miete. Ganz wichtig ist auch die Info: "Egal, was kommt. Egal, was dir passiert - wir sind immer und jederzeit für dich da. Ruf an und wir helfen dir!" So kann das Erwachsenwerden weitergehen.