Kindergarten

Wir stellen Ihnen auf dieser Seite Projekte der hessischen Fachstellen für Suchtprävention näher vor. Die Liste wird ständig erweitert. Wenn Sie sich für einzelne Projekte interessieren, dann wenden Sie sich bitte direkt an die jeweils genannte Fachstelle.

 

„Der spielzeugfreie Kindergarten“

Das Projekt wurde Anfang der 90er von der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern, ins Leben gerufen und seitdem in mehreren hundert Kindergärten im ganzen Bundesgebiet durchgeführt.

Hintergrund des Projekts:

Grundlage des Projekts bildet die Idee, Spielzeug für einen begrenzten Zeitraum aus dem Mittelpunkt zu nehmen, um Raum zu schaffen für Kreativität, Phantasie und Eigeninitiative und damit auch für Selbstbestätigung und Selbstbewusstsein. Es gibt den Kindern Frei-Raum, Spiel-Raum und viel Zeit, sich und andere kennenzulernen. Jetzt können neue Spiele und Spielsachen erfunden und ausprobiert werden.

„Spielen“ ist elementarer Bestandteil der kindlichen Lebenswelt. Spielend lernen und entdecken sie die Welt. Zum Spielen brauchen sie aber kein „Zeug“ – sondern Freunde, Zeit und Ideen. Was sie sonst zum Spielen brauchen, organisieren und besorgen sie selbst...

Projektrahmen:

Für den Zeitraum von drei Monaten wird das Spielzeug aus dem Kindergarten entfernt. Die Sachen werden gemeinsam mit den Kindern weggeräumt. Die Erzieher/innen begeben sich verstärkt in die Rolle der Beobachter/innen und Moderatoren/innen. Elementarer Bestandteil des Projekts ist die Einbeziehung der Eltern und Großeltern. Das Projekt wird von der Fachstelle für Suchtprävention begleitet. Eine lange und intensive Vorbereitungsphase unterstützt das Gelingen des Projekts.

Angebote der Fachstelle:

1. Für ErzieherInnen
  • Information über das Projekt
  • Angebot von Fortbildungen zum Thema
  • Praxisbegleitung bei der Durchführung des Projekts
  • Unterstützung bei der Auswertung des Projekts
2. Für Eltern
  • Information über Prävention und das Projekt in Form eines Elternabends zu Projektbeginn
  • Elternabend zur Auswertung und zum Erfahrungsaustausch zum Projektende
  • Bei Interesse Angebot eines Elternseminars, bzw. weiterer Elternabende zur Vertiefung der Thematik
 

Fortbildungsreihe Suchtprävention im Kindesalter für Fachkräfte aus Kindertagesstätten

1998 konzipierte die Fachstelle Prävention im Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V. (vae) in Frankfurt erstmals eine mehrteilige Fortbildungsreihe, um Fachkräfte aus Kindertagesstätten für den Arbeitsbereich Suchtprävention weiterzuqualifizieren. Die Fortbildungsreihe wird seitdem kontinuierlich evaluiert, weiterentwickelt und jährlich wiederkehrend im Fortbildungsprogramm der Stadt Frankfurt am Main angeboten, meist umfasst das Angebot acht ein- und mehrtägige Veranstaltungen. Durch den Aufbau aus voneinander unabhängigen Fortbildungsbausteinen gibt es die Möglichkeit, jährlich neue von der Zielgruppe gewünschte Themen aufzugreifen und ins Konzept einzufügen.

Kontakt: Fachstelle Prävention in Frankfurt am Main

Die Bausteine im Überblick

  • Grundbaustein: Kinder stark machen - Grundlagen der Suchtprävention im Kindesalter (zweitägig)
  • Baustein: Eltern stark machen – suchtpräventive Elternarbeit (zweitägig)
  • Baustein: Suchtpräventive Projektmöglichkeiten (eintägig)
  • Baustein: Suppenkasper und Naschkatzen – Möglichkeiten der Suchtprävention beim Umgang mit Ernährung (eintägig)
  • Baustein: Einrichtungen stark machen – Gesundheitsförderung im Kindergarten (eintägig)
  • Baustein: Computer-Kids – wieviel „neue Medien“ braucht das Kind? (eintägig)
  • Baustein: Spielzeugfreier Kindergarten – ein Projekt stellt sich vor (eintägig)
  • Baustein: Kleine und große Genießer – Förderung von Sinneswahrnehmung und Genuß in der KT
  • Baustein: Suchtprävention interkulturell
  • Baustein: Kinder im Hortalter stark machen
  • Baustein: Kleinkinder stark machen

Zielsetzung

Bei den Überlegungen, wie Suchterkrankungen vermieden werden können, wendet sich die Aufmerksamkeit immer mehr den ersten Lebensjahren des Kindes zu. Die wirksamste Art der Immunisierung gegen Suchtgefahren ist die frühestmögliche Stärkung von gesundem Verhalten. Die pädagogischen Fachkräfte in Kindereinrichtungen haben damit für die Suchtvorbeugung eine Schlüsselposition. Die Fortbildungsreihe bietet die Gelegenheit, den theoretischen Hintergrund der Suchtprävention im Kindesalter und die praktischen Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Die TeilnehmerInnen erhalten in dieser Veranstaltung grundlegende Informationen zum Thema Suchtprävention. Vorrangig wird ein Einblick in die aktuellen Arbeitsweisen der Suchtprävention gewährt: Was Suchtprävention heute heißt, welche Lebensbereiche sie umfaßt und welche Möglichkeiten sie bietet. Ziel ist, daß die TeilnehmerInnen suchtpräventive Anteile ihrer eigenen pädagogischen Arbeit erkennen und ihre diesbezüglichen Fähigkeiten erweitern. Sie sollen befähigt werden, Projekte und strukturelle Veränderungen in ihrer eigenen Einrichtung zu initiieren.

Ablauf und Inhalte der Fortbildung

Bei den Überlegungen, wie Suchterkrankungen vermieden werden können, wendet sich die Aufmerksamkeit immer mehr den ersten Lebensjahren des Kindes zu. Die wirksamste Art der Immunisierung gegen Suchtgefahren ist die frühestmögliche Stärkung von gesundem Verhalten. Die pädagogischen Fachkräfte in Kindereinrichtungen haben damit für die Suchtvorbeugung eine Schlüsselposition. Die Fortbildungsreihe bietet die Gelegenheit, den theoretischen Hintergrund der Suchtprävention im Kindesalter und die praktischen Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Die TeilnehmerInnen erhalten in dieser Veranstaltung grundlegende Informationen zum Thema Suchtprävention. Vorrangig wird ein Einblick in die aktuellen Arbeitsweisen der Suchtprävention gewährt: Was Suchtprävention heute heißt, welche Lebensbereiche sie umfaßt und welche Möglichkeiten sie bietet. Ziel ist, daß die TeilnehmerInnen suchtpräventive Anteile ihrer eigenen pädagogischen Arbeit erkennen und ihre diesbezüglichen Fähigkeiten erweitern. Sie sollen befähigt werden, Projekte und strukturelle Veränderungen in ihrer eigenen Einrichtung zu initiieren.

Bewertung

Jede Fortbildungseinheit wird nach dem standardisierten Evaluationsverfahren für Multiplikatorenfortbildungen der hessischen Fachkräfte für Suchtprävention evaluiert. Alle Veranstaltungen der letzten vier Jahre erreichten eine Gesamtbeurteilung der Teilnehmenden von Note zwei oder besser im Schulnotensystem
 

„Papilio“

„PAPILIO“ Ein Programm für Kindergärten zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und Verminderung von Verhaltensauffälligkeiten. Ein Beitrag zur Sucht- und Gewaltvorbeugung. Papilio ist ein Präventionsprogramm für Kindertagesstätten. Mit seinem entwicklungsspychologischen Ansatz fördert das Programm nachweislich soziale und emotionale Fähigkeiten und reduziert Verhaltensauffälligkeiten. Papilio wendet sich als Drei-Ebenen-Programm sowohl an ErzieherInnen als auch an die 4- bis 7-jährigen Kindergartenkinder und an deren Eltern. Das Programm wurde federführend vom beta Institut in Augburg entwickelt. Seit 2006 wird „Papilio“ in Hessen von 17 Papilio-TrainerInnen, der Fachstellen für Suchtprävention, angeboten:

Hintergrund

Papilio wird in Hessen getragen vom Hessischen Sozialministerium, der AOK - Die Gesundheitskasse in Hessen, der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. und den hessischen Fachstellen für Suchtprävention in den Landkreisen und kreisfreien Städten.

Ziele des Programms sind, durch den regelmäßigen Einsatz von vorbeugenden pädagogischen Maßnahmen Sozialemotionale Kompetenzen bei Kindern zu fördern Frühe Verhaltensprobleme zu verhindern oder zu reduzieren Die Bewältigung von altersspezifischen Entwicklungsaufgaben zu unterstützen, um damit langfristig der Entwicklung von Problemen mit aggressiv-dissozialem Verhalten und Substanzmissbrauch im Jugendalter vorzubeugen.

Kinder sollen befähigt werden auf aggressives und dissoziales Verhalten im Umgang mit anderen zu verzichten bzw. dieses erst gar nicht zu entwickeln. Die psychosoziale Gesundheit der Kinder soll zielgerichtet gestärkt werden und darüber hinaus sollen sie gefördert werden eine stabile, selbstbewusste Persönlichkeit aufzubauen. Diese Grundlagen sind geeignet um die Sucht- und Gewaltbereitschaft langfristig in allen Lebensabschnitten zu verringern.

Die Wirksamkeit von Papilio wurde in einer Studie nachgewiesen: Papilio-Kinder entwickeln ihre sozial-emotionalen Kompetenzen stärker und ausgeprägter als andere Gleichaltrige. Verhaltensprobleme werden nachweislich reduziert. Das ist das Ergebnis einer mehrjährigen Studie mit über 700 Kindern, deren Eltern und über 100 ErzieherInnen.
papilio

Projektinhalt

Papilio beinhaltet Maßnahmen auf drei Ebenen:

Die ErzieherInnen: Auseinandersetzung mit dem eigenen Erziehungsverhalten und Weiterbildung im entwicklungsfördernden ErzieherInnenverhalten und den kindorientierten Maßnahmen. Papilio ist eine Weiterqualifizierung für ErzieherInnen mit einem Zertifikatsabschluss.

Die Kinder: Der/die ErzieherIn vermittelt drei kindorientierte Maßnahmen und implementiert diese wiederkehrend in den pädagogischen Alltag

1. Spielzeug-macht-Ferien-Tag: Kinder treten ohne übliches Spielzeug miteinander in Kontakt und lernen, mit sich selbst und anderen umzugehen.
2. Paula und die Kistenkobolde: Kinder lernen den Umgang mit eigenen und Gefühlen anderer.
3. Meins-deinsdeins-unser-Spiel: Kinder lernen spielerisch den Umgang mit sozialen Regeln.

Die Eltern:
Der/die ErzieherIn vermittelt den Eltern entwicklungsförderndes Erziehungsverhalten und gibt Informationen zu pädagogischen Themen in Elternabenden. Papilio unterstützt somit Eltern und Erziehende bei der immer anspruchsvolleren Aufgabe, Kinder zu begleiten und zu fördern.

Projekteinführung und Kosten

Die qualifizierte Papilio-Fortbildung gliedert sich in ein Basis- und ein Vertiefungsseminar. Das Basisseminar umfasst 3 ganze und 4 halbe Tage, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Während des Basisseminars kann Papilio bereits im Kindergartenalltag eingesetzt werden. Das Vertiefungsseminar dauert zwei ganze Tage. Es erweitert die theoretischen Kenntnisse und bezieht konkrete Fälle und Erfahrungen aus der Praxis ein. Jede/r ErzieherIn erhält ein umfassendes Medienpaket. Die Kosten dieser Medien im Wert von 234.-€ werden von der AOK Hessen und dem Hessischen Sozialministerium getragen. Eine detaillierte Aufstellung der Fortbildungskosten erhalten Sie bei der/m Papilio-TrainerIn in Ihrem Landkreis (siehe oben).

Weiterführende Infos erhalten Sie auf der Papilio-Homepage unter:

www.papilio.de